Der seit Sonntagnachmittag nach einem Trainingsunfall vermisste 13-jährige Schüler wurde gestern leblos aus dem Starnberger See geborgen. Im Rahmen des Trainingsbetriebs einer Sportarbeitsgemeinschaft im Schülerrudern trainierte er auf dem Starnberger See und wurde nach Beendigung des Trainings als vermisst gemeldet. Bei einer umgehend eingeleiteten Suchaktion konnte lediglich das leere Ruderboot aufgefunden werden. Die nachfolgenden Suchmaßnahmen fanden jetzt ihr trauriges Ende.

Über die genauen Unglücksumstände werden bis zum Abschluss der polizeilichen Untersuchungen keine weiteren Angaben gemacht. Der Vorstand und die Mitglieder des MRC 1880 haben diese tragische Nachricht mit Bestürzung aufgenommen. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gehören der Familie und den Freunden des jungen Sportlers.

Die klassischen Klinkerboote gelten speziell auf der rauen Ostsee als „ununtergehbar“ und allgemein als hochgradig sicher. Beim Kieler Aegir werden die Fahrzeuge liebevoll restauriert. Leider steht die Bootsgattung auf der Roten Liste des Rudersports. Infolge des Hangs der Vereine, auf sehr sportliches Material umzurüsten, ist der gute alte "Klinker" vom Aussterben bedroht. Dabei sind sie hervorragende Investitionen. Ob die Oldies des gepflegten Wassersports eines Tages wohl so viel wert sind wie ihre Asphaltkollegen auf vier Rädern?

Weiterlesen ...Am Ostersamstag wurde mir eine ganz besondere Ehre zuteil: Ich durfte bei meinem alten Schülerruderclub Aegir (Humboldt Gymnasium) bei einer Testfahrt auf der Kieler Förde teilnehmen. Trotz blauen Himmels, Sonne und Temperaturen bis zu zehn Grad war es auf dem Wasser bitterkalt. Das war einem steifen Nordwind geschuldet, der für so unangenehm kabbeliges Wasser sorgte, dass man in Starnberg wahrscheinlich gar nicht erst in See gestochen wäre.  

Beste Bedingungen indessen für den Test: Auf dem Prüfstand war die „Wellingdorf“, ein im Bootshaus am Kieler Oslokai generalüberholter geklinkerter Riemen-Vierer. Er stammt aus den 1960er Jahren und hat mindestens 25 000 Kilometer unterm Kiel, schätzt Testleiter und Aegir-Vorsitzender Mathias Mollenhauer, auch „Molle“ genannt. Was sich beim Vorbereiten des Törns, den Ruderpausen und dem Bier danach an Gesprächen entspinnt, ist ruderhistorisch und ruderbautechnisch hochinteressant und verdient einen Niederschlag auf der MRC Webseite.

Enorme Sicherheitsreserven!

Nachdem die modernen Bootsgenerationen aus immer raffinierteren Kunststoffen gefertigt werden, gilt es zu erinnern: Für Wind und Welle sind die alten geklinkerten Modelle das Ruderboot der Wahl. Geklinkerte Boote liegen ruhiger im Wasser und eignen sich daher besonders bei hohen Wellen, erklärt Mathias dazu. Das sei durch das höhere Gewicht und die strukturiert-unebene Außenhaut bedingt, die Kippelbewegungen hemmt.

„Die Boote haben enorme Sicherheitsreserven und gehen mit abgeschotteten Luftkästen selbst im vollgeschlagenen Zustand mit doppelter Besatzung nicht unter“, weiß der Kieler Ruderer, der auf 35 Jahre Erfahrung auf Förde und Ostsee zurück blickt. Zusätzliche Sicherheit bieten aufblasbare Luftkammern auf dem Bootsboden. Die Aegirboote repariert und restauriert Mathias eigenhändig, zusammen mit Schriftwart und Architekt Philipp Scheer. Auf Fahrten an der Waterkant, die ihn unter anderem an der Meeresküste entlang bis Dänemark geführt haben, berichtet Mathias weiter, „war ich mit geklinkerten Booten unter Wetterbedingungen unterwegs, bei denen wir im Wellental kein Land mehr gesehen haben“. Respekt!

Wert von bereits 25 000 Euro

Den realen Wert eines Bootes wie die Wellingdorf schätzt der Aegir-Präses auf mindestens 25 000 Euro, eingedenk der vielen Handarbeit und unter anderem weit über eintausend Kupfernieten. Gleichwohl werden Reparaturen immer schwieriger, da das Holzmaterial in den notwendigen Längen für die Rümpfe kaum mehr zu beschaffen ist. Das langsame Verschwinden, um nicht zu sagen das drohende Aussterben der Bootsklassiker macht sie bei ihren Liebhabern umso begehrter.

„Dennoch sinkt der aktuelle Handelswert“, beobachtet Mathias, „da inzwischen der Pflegeaufwand gescheut wird und moderne Boote günstiger und leichter sind“. Aus Bequemlichkeit werden die alten Boote oft nicht gefahren, bedauert er und appelliert an die Ruderkolleginnen und –kollegen: „Liebe Leute, das ist alles eine Erziehungsfrage, und wer die Erfahrung macht, welche Qualitäten, Laufruhe und Sicherheit so ein Boot bietet, der lernt es schnell zu schätzen.“


Wanderrudererparadies Ostseeraum

In der Tat, nach der absolvierten Testfahrt sind alle Mitruderer, darunter Philipp, der zweite Bootswart André Keller und Armando Criscuolo voll des Lobes über die Laufeigenschaften und Sicherheit der „ununtergehbaren“ Wellingdorf. Trotzdem sind beim Aegir bei Wassertemperaturen unter zehn Grad Celsius Schwimmwesten immer mit an Bord. Beim Heraustragen und Aufbocken ächzen fünf kräftige Männer unter dem beträchtlichen Gewicht des Oldies. Dafür hat er in der rauen See kaum Wasser übergenommen, nur von unten hat der Rumpf Wasser gezogen. Der Grund, zeigt die Ursachenanalyse, ist ein gebrochener Spant, der den Rumpf schwächte und einen Riss entstehen ließ. Für die bevorstehende Wanderfahrt über die Schwentine in die Schleswig-Hosteinische Schweiz lässt sich das aber rasch richten.

Im Alpenland kaum bekannt: Der „hohe Norden“ Deutschlands ist ein Paradies für Wanderruderer mit der Olympiastadt Kiel als strategische Drehscheibe. Über die in die Kieler Förde mündende Schwentine, schwärmt Mathias, „kommen wir in den Plöner See, den drittgrößten Binnensee Deutschlands, hinter Müritz und Bodensee, anschließend über Bad Malente weiter bis Eutin“, mitten durch das Herz einer idyllischen Seenlandschaft. In umgekehrter Richtung führt der Weg über den Nord-Ostsee-Kanal und die Eider bis ans Nordseegestade mit Tönning und Friedrichstadt. Von dort geht es über die Treene fast bis zur alten Wikingerfestung Schleswig, von dort über die wunderschöne Schlei und die Eckernförder Bucht zurück zum Ruderknotenpunkt Kiel.

Törns bis Dänemark und Weser

Mathias tischt süddeutschen Ruder-Aficionados noch ein weiteres Schmankerl auf: Nicht nur nach Osten und Westen, auch weit nach Süden und Norden stoßen Wanderruderer vor. Etwa durch den Kanal bis zur Elbe und von dort über den Bederkesa-Kanal in die Weser—oder über die Ostsee in nur zwei Tagen in dänische Gewässer.

Was in Deutschland und jenseits ist schöner als unser Revier?, fragt Mathias. „Wir rudern von Strand zu Strand! Um dort hinzukommen und Urlaub zu machen, geben Andere viel Geld aus.“

"Hey Kids, Sunrise-Rudern ist cool!"

Die Anfänge des Aegir gehen auf 1898 zurück, die Zeit, als Kaiser Wilhelm II. die Ostseestadt zu einem Stützpunkt der Kriegsflotte ausbaute, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs beitrug. Heute ist der Aegir der aktivste Schülerruderverein in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt: mit 140 Alten Herren, aber nur  25 Schülerruderern. Der Computer ist ein starker Konkurrent, sodass Mathias und seine Vorstandskollegen regelmäßig auf Werbetour durch die Klassen gehen. Wichtig ist, sagt Mathias, „den Schülern Rudern als coole Naturerfahrung nahe zu bringen und Erlebnisse wie Wanderfahrten und Sunriserudern einzubauen“. Letzteres ist eine Aegirspezialität: in den kurzen Sommernächten in Deutschlands Norden bereits um zwei Uhr in der Frühe aufs Wasser zu gehen und in den Sonnenaufgang hinein zu gleiten.

In der Bootshalle des Aegir gehen unterdessen die Restaurationsarbeiten an einem anderen Oldtimer gut voran. Das ist die alte „Bracker“, benannt nach einem Sportlehrer an der Humboldt Schule und großen Förderer des Förderuderns, der noch aus der Kaiserzeit stammte und mit seiner drakonischen Pädagogik einigen Ehemaligen in leidlicher Erinnerung geblieben ist. Für diesen geklinkerten Riemenvierer sowie andere Ruderoldtimer (gerade wurde der Aegir mit einem Klinker-Skull-Zweier  beschenkt, ein Spitzenerzeugnis der legendären Karlisch Bootswerft in Mölln, ausrangiert von einem Nachbarverein am Oslokai, der Platz für ein neues Boot schaffen musste) benötigt der Schülerruderverein dringend Ersatzteile aller Art wie etwa Messingdollen.

Achtung! Wer solche auf Lager hat, nicht weiß, wohin damit und spenden möchte, möge sich bitte an die Kieler Ruderkollegen Mathias Mollenhauer und Philipp Scheer wenden. Die nehmen die Teile dankbar an:

>>> Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
>>> https://www.facebook.com/pages/Rg-RC-Aegir-Kiel-von-1903/347226675413623

(c) Fotos Mathias Mollenhauer

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Auch am zweiten Tag nach dem bereits gemeldeten Trainingsunfall gibt es noch keine Spur vom vermissten Sportler. Leider brachte die intensive Suche zu Wasser, zu Lande und aus der Luft noch kein Ergebnis. Der Verein sieht sich gezwungen, die Einschätzung der Polizei zu teilen und den schlimmsten Fall zu befürchten. Der Vorstand befindet sich in intensivem Dialog mit den Beteiligten und unterstützt die Ermittlungsbehörden nach Kräften. Unser Mitgefühl gilt weiterhin Familie, Freunden und Angehörigen des verunglückten Jungen.

 

Am gestrigen Sonntagabend erreichte den Vorstand des MRC 1880 die Nachricht über den Trainingsunfall eines Rudersportlers. Der 13-jährige Ruderkamerad war im Rahmen des Trainingsbetriebs einer Sportarbeitsgemeinschaft im Schülerrudern auf dem Gelände des MRC zu Gast und in einem Boot des MRC auf dem Starnberger See aktiv. Nachdem der Sportler von den zuständigen Betreuern vermisst wurde, konnte nach sofortiger Einleitung von Suchmaßnahmen bislang leider nur das leere Ruderboot aufgefunden werden. Vom Ruderer selbst fehlt bislang noch jede Spur.

Seit dem Unglücksabend sind alle verfügbaren Rettungskräfte in unermüdlichem Einsatz. Der Sportler wurde zuletzt in Ufernähe gesichtet. Somit ergeben sich verschiedene Möglichkeiten über Unglücksverlauf und mögliche Rettungsszenarien. Vorstand und Mitglieder des MRC 1880 hoffen derzeit gemeinsam auf einen glücklichen Ausgang der Rettungsmaßnahmen. Unsere Gedanken sind bei der Familie des Sportkameraden, die jetzt um sein Wohlergehen bangt.

Weitere Nachrichten in dieser Angelegenheit werden an dieser Stelle kommuniziert, sobald sie vorliegen.

Kaffee-Tasse, Komfort-Zone, Seat-Pad, Kanapees: Was für die meisten wohl nach einem offensichtlich entspannenden Wochenende klingt, erwies sich für viele MRC Masters als erstes Saison-Highlight. Sie trafen sich im März zu Trainings-Camps, um ihre Rudertechnik weiter zu verfeinern. Dazu boten Weltmeister-Trainer Andreas Maul sowie Trainer-Weltmeister Mathias Becker den kompletten Rundum-Service: Alle Boote der teilnehmenden Mannschaften wurden im Vorfeld an die Regattastrecke transportiert, komplett durchgemessen und neu eingestellt. Nach einer ersten Trainingseinheit und Videoanalyse am Freitag wurde jeder Platz individuell nachjustiert, so dass zumindest von der Materialseite der bedingungslosen Leistungsentfaltung nichts mehr im Wege steht. Hierbei wurde der Trend in Richtung tiefer Fersen bei ggf. leicht erhöhter Sitzposition gesetzt.

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