Simon Video 3Der Münchener Ruderclub ist wieder bei einer Weltmeisterschaft der offenen Klasse vertreten. Simon Barr wurde im Leichtgewichts Männer Achter vom DRV für die WM in Amsterdam nominiert.Hier ein Video aus dem ersten Teil der UWV in Rostock (VIDEO).

Das ist die erste WM Teilnahme bei den Erwachsenen für den MRC seit 15 Jahren. Ein Erfahrungsbericht von Simon schildert den langen Weg und das Hoffen und Bangen bis zur WM-Nominierung...

Nach einem guten Start in die Regatta Saison 2014 stand nun die zweite Kleinbootüberprüfung und Internationale Regatta Ratzeburg für meinen Zweierpartner Daniel Wisgott (ETUF) und mich an. Die 2 Wochen vor der Regatta hatten wir noch einmal genutzt, um an unseren Schwächen zu arbeiten und damit noch etwas mehr Geschwindigkeit aus dem Boot zu kitzeln. Mit gutem Gewissen, da wir gut vorbereitet waren, gingen wir hoch motiviert an den Start. Wie auch schon in Köln sind wir sehr gut vom Start weg gekommen und führten das Feld bei 500m an. Leider brachte uns der Seitenwind und ein kleiner Steuerschlencker aus dem Fluss und wir mussten daher unsere Führung abgeben. Über die Mitte der Strecke fuhren wir ein stabiles Rennen und im Endspurt sicherten wir uns dann endgültig den 3. Platz hinter den 2. und 3. platzierten Booten aus Köln. Der Gewinner aus Köln hatte krankheitsbedingt abgemeldet, insofern bestätigten wir in diesem Rennen unseren 4. Platz der Deutschen Kleinbootmeisterschaft in Köln. Mit diesem Ergebnis waren Daniel und ich erstmal recht zufrieden und waren überzeugt, dass wir genug gemacht hatten um uns einen Startplatz auf der WM zu sichern. So sollte es aber nicht kommen, in der Besprechung nach dem Rennen mit dem Bundestrainer und den 12 Athleten kam dann die erschütternde Nachricht. Daniel und ich waren auf Platz 11 und 12 im Ranking auf Grund unserer schwachen Ergoleistungen in Leipzig und Duisburg. Dies bedeutete wir würden nicht mit auf WM fahren bei dem geplanten Doppelstart des LM4- im LM8+, da dies nur den ersten 10 Athleten einen Startplatz ermöglichte. Die einzige Möglichkeit für uns beide doch noch mit nach Amsterdam zur WM zu fahren, bestand darin den LM4- separat vom LM8+ zu fahren und somit 12 Athleten einen Start zu ermöglichen.

Trotz der schlechten Nachricht mussten wir unseren Kopf hoch halten und weiter machen, denn es stand noch ein Rennen im Achter auf dem Programm. Nach ein paar Trainingseinheiten fuhren wir dann zum Abschluss der Ratzeburger Regatta noch im „schweren" Achter mit. Die Mannschaft bestand aus den Plätzen 5-12 im Ranking. Trotz der wenigen gemeinsamen Km sind wir ein gutes Rennen gefahren und hielten den Abstand zum schweren U23 Achter in Grenzen.
Simon VideoNach dem rauf und runter beim Ratzeburg Wochenende, hatten wir erstmal 2 Wochen Luft bis zur nächsten Regatta, diesmal in Amsterdam. Der Bundestrainer wollte die Holland Beker Regatta nutzen um den Doppelstart des 1. LM4- im LM8+ zu testen und um Rennen auf der WM-Strecke zu fahren. Für Samstag waren 3 leichte Vierer gemeldet, die nach dem Ranking besetzt wurden. Somit gingen Daniel und ich im 3. Vierer an den Start. Im Vorlauf trafen wir gleich auf den 2. deutschen Vierer. Hinter dem Boot aus China schafften wir die Qualifikation für das Finale vor Deutschland 2. Dies machte uns erstmal Hoffung für das Finale, wo dann alle 3 deutschen Boote aufeinander treffen würden, dass wir das Ranking vielleicht doch noch beeinflussen könnten. Leider hatten wir es im Finale nicht geschafft den gleichen Rhythmus zu finden wie im Vorlauf. Als erster im Ziel war China vor den drei deutschen Booten 1, 2 und 3. Mit dieser Leistung waren wir im 3. Vierer alle nicht zufrieden, da wir uns mehr nach dem guten Vorlauf erhofft hatten. Am Sonntag wurde dann der Doppelstart ausprobiert. Somit waren nur noch der 1. und 3. Vierer für die LM4- gemeldet und im LM8+ starteten dann der 1. und 2. Vierer. So konnten wir uns nur auf den LM4- konzentrieren. Klare Zielsetzung für die zwei Rennen war es von unseren Fehlern des Vortags zu lernen und auch im Finale ein gutes Rennen zu fahren. Im Vorlauf mussten wir gleich gegen den 1. deutschen Vierer, Mexico und 2 holländische Boote fahren. Ein dritter Platz war nötig um uns für das Finale zu qualifizieren. Nach einem guten Start konnten wir das Feld sogar anführen und wir setzten uns zusammen mit dem 1. Vierer deutlich von den anderen Booten ab. Um Kräfte für das Finale zu sparen, fuhren wir das Rennen nach knapp 1000m nur noch „locker" zu Ende genau wie der 1. Vierer. Im Finale hatten wir jetzt noch ein letztes Mal für die Saison die Möglichkeit ein gutes Viererrennen zu fahren. Uns war klar, dass die Hauptgegner der 1. deutsche Vierer, China und das holländische National Boot sein würden. Wie schon in den anderen Rennen sind wir gut vom Start weggekommen und nach 250m hatten wir unseren Bugball knapp vor Deutschland 1. Dicht gefolgt von den Holländern und China, die einen schlechten Start erwischt hatten. Über die Stecke schoben dann die Deutschen und Holländer ihren Bugball vor unseren, jedoch konnten wir die Chinesen noch hinter uns halten. Mit einem sehr starken Endspurt schafften wir es noch mal bis auf 1,8 Sekunden an den 1. deutschen Vierer ran zufahren. Fast schafften wir es auch noch auf Platz 2, leider konnten sich die Holländer doch noch mit 0,2 Sekunden Vorsprung ins Ziel retten. Als Dritter vor China waren wir mit dem Ergebnis zufrieden, vor allem der geringe Abstand zum 

1. deutschen Boot und dass wir es geschafft hatten ein gutes Rennen zu fahren. Der deutsche LM8+ fuhr in Topbesetzung bei sehr schnellen Bedingungen nur knapp über dem Weltrekord als erster über die Ziellinie. Der holländische Achter fuhr mit 1,5 Sekunden Rückstand auf Platz 2, und knackte dabei den holländischen LM8+ Rekord.

Insgesamt war der Bundestrainer mit den Leistungen aller Boote zufrieden, lies aber nichts anmerken, was die Ergebnisse des Wochenendes in Hinsicht auf die WM und den Doppelstart ausmachen würden. Wir wussten nur, dass für den letzten World Cup in Luzern der erste deutsche Vierer und ein LM8+ besetzt mit dem nominell 2. und 3. deutschen Vierer.
Simon Video 2Nach einem guten Trainingswochenende in Rostock, um den Achter für Luzern vorzubereiten und kurzem Heimatbesuch in München, ging meine Reise weiter nach Luzern. Da nur die Niederländer und Deutschen für den LM8+ gemeldet hatten, entfiel das Rennen und wir starten beide bei den schweren Achtern. Über das Wochenende würde sich dann endgültig entscheiden, welche Boote zur WM nach Amsterdam geschickt werden und ob mit oder ohne Doppelstart des Vierers. Eine klare Ansage, worauf diese Entscheidung basieren würde, gab es jedoch nicht. Viele verschiedene Versionen waren im Umlauf. Der Vierer musste eine einstellige Platzierung erreichen und der Achter musste in Relation zum Vierer gleich schnell oder schneller sein und schneller als die Niederländer. Das war wohl wahrscheinlichste Version, um beide Boote getrennt von einander auf WM zu schicken.
Im Vergleich zu dem super Wetter des letzten Jahres war dieses Jahr eher von Dauerregen geprägt. Trotz des Regens und schlammigen Bootsplatzes waren die Bedingungen auf dem Göttersee nahe zu perfekt. Im Vorlauf am Freitag mussten wir gegen Russland, Neuseeland, Großbritannien und die schweren Holländer antreten. Die ersten 2 würden sich direkt für das A-Finale qualifizieren. Im Ziel hatten sich unsere Vermutungen bestätigt, es ist fast unmöglich mit den schweren Achtern mitzufahren. Mit dem letzten Platz im Vorlauf mussten wir in den Hoffnungslauf. In dem anderen Vorlauf erging es den leichten Holländern genau wie uns, auch ein letzter Platz. Somit würden wir unseren eigentlichen Gegner im Hoffnungslauf treffen. Wie schon im Vorlauf würden sich Platz 1 und 2 für das A-Finale qualifizieren und der Rest für das B-Finale. Australien und Neuseeland schafften die Qualifikation. Somit gingen Weißrussland, die leichten und schweren Holländer und wir in das B-Finale. Das erste direkte Rennen gegen die leichten Holländer und das eigentlich wesentliche der Regatta konnten wir jedoch schon mal für uns entscheiden.
Im B-Finale hieß es jetzt noch mal zu beweisen, dass der Sieg über die leichten Holländer im Hoffnungslauf kein Zufall war und noch mal näher an die schweren Achter heran zufahren. Mit allem, was wir aus den ersten 2 Rennen gelernt hatten, gingen wir hoch motiviert in unser letztes Rennen. Wie schon in den anderen Rennen kamen wir und die leichten Holländer auf den ersten Schlägen besser vom Start weg wie die schweren Achter. Jedoch mussten wir schon vor der 250m Marke unsere führende Position aufgeben. Die schweren Holländer und Weißrussland fuhren ihr eigenes Rennen um den Sieg im B-Finale aus. Dahinter kämpften wir gegen die leichten Holländer um den „Sieg des leichten Achters". Bei 1000m hatten wir knapp eine Sekunde Vorsprung und konnten diesen mit einer guten zweiten Hälfte auf 3 Sekunden im Ziel ausbauen. Somit beendeten wir die Regatta mit einem insgesamt 9. Platz, das Wichtigste jedoch war, dass wir die leichten Holländer zwei mal im direkten Vergleich geschlagen hatten. Die wichtigste Frage stand jedoch noch offen, hatten wir genug gemacht und welche Boote würden letztendlich auf WM fahren. Nach dem Verladen der Boote wollte der Bundestrainer noch mal mit den 12 Athleten sprechen, wurde eine Entscheidung noch in Luzern Fallen? Ich konnte mich eigentlich nicht wirklich konzentrieren auf das, was gesagt wurde, bis dann die erlösende Nachricht nach ein paar Minuten kam. „Wir haben uns entschieden die Boote, so wie sie hier in Luzern gestartet sind, weiter in Richtung Weltmeisterschaft in Amsterdam zu trainieren" so die Worte des Bundestrainers. Ich fühlte mich wie im siebten Himmel und hatte nach ewigem hin und her endlich Gewissheit, dass ich zur WM mitfahren werde. Glücklich fuhr ich zurück nach München für einen wieder sehr kurzen Heimataufenthalt, bevor es weiter in die erste UWV nach Rostock ging.
Bei super sommerlichen Bedingungen wurde im typischen zweieinhalb Tages Rhythmus, sprich jeden dritten Tag nur 2 anstatt der normalen 3 Einheiten pro Tag, trainiert. Neben vielen km im Achter standen weitere Einheiten im Kraftraum sowie Laufen und Spinning auf dem Programm. Wir haben gut trainiert und viele Fortschritte gemacht. Am besten einfach mal das Video zur UWV ansehen, das spricht mehr Worte als ich hier schreiben kann.
Jetzt heißt es noch mal Heimtraining in München bevor es in die zweite UWV mit dem Rest der deutschen Nationalmannschaft nach Ratzeburg geht.

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